Lektion 4a

 

Körpersprache

 

 

In der letzten Lektion haben Sie erfahren, wie Sie ein Dog- wisperer werden.

 

Nun möchte ich Sie  auf  einige Gesten des Hundeverhaltens bekannt machen.

Es ist erschreckend, wie wenig die Hundehalter über ihren Hund wissen. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Grundsätze des Hundeverhaltens zu verstehen. Es lohnt sich, denn Ihr gemeinsames Leben dauert viele Jahre.

 

Was will uns der Hund sagen?

Der Hund verfügt über eine sehr intensive Mimik und Körpersprache als Verständigungsmittel. Auch wir Menschen verständigen uns zu einem guten Teil über die Körpersprache. Der Hund kann diese Sprache viel schneller und besser verstehen als wir glauben. Wir zeigen ihm oft unbewusst, was in uns vorgeht. Hier machen wir viele Fehler, wir sagen dem Hund etwas, aber unser Körper sagt dem Hund was anderes. Wir müssen dem Hund gegenüber absolut ehrlich sein und darauf achten, dass durch unsere Haltung für den Hund kein „Missverständnis“ entsteht.

 

Wir wollen einige Ausdrucksformen besprechen (es gibt davon ca. 150?) und uns mit den alltäglichen Formen bekannt machen.

 

Unterwerfung

 

Die Geste der Unterwerfung ist eine Form aus der „Welpensprache“

Welpen werfen sich auf den Rücken, um sich von Muttern den Bauch massieren und die Genitalgegend reinigen zu lassen.

Dieses spontane Hinwerfen vor dem Sozialpartner bleibt als besondere Zuneigungsgeste auch beim erwachsenen Hund erhalten. Der erwachsene Hund zeigt damit auch an, dass er der Schwächere ist, dass er Frieden will  und er dem anderen Lebewesen  freundlich gesinnt ist.

 

Aus dem gleichen Grund stammt auch das „Pfote geben“ und das “Stoßen mit dem Fang“.

Das Erstere  ist aus dem „Milchtritt“  der Welpen entstanden. Das  Pföteln ist ihm angeboren, muss aber beim erwachsenen Hund  wieder aktiviert werden (Pfote geben)  Es dient auch als Beschwichtigunggeste. In diesem Fall macht sich der Hund klein und hebt die Pfote hoch empor.    

 

Lecken der Schnauze

 

Diese besondere Geste wird oft übersehen und gar nicht bemerkt.  Wenn der Hund  sich besonders unwohl fühlt, leckt er sich über die Schnauze und wendet den Kopf ab. Bei dieser Geste ist es enorm wichtig, den Hund zu beobachten.

 

Futterbettelgeste

 

Eine besondere Bedeutung hat die Futterbettelgeste. Welpen werden nach einige Wochen Säugen  zusätzlich mit vorgewürgtem  oder beigetragenem Futter ernährt (wie bei Wolfens).

Wenn der Welpe mit der Schnauze die Mundwinkel der Mutter anstößt, tritt dieser Reflex ein.

Bein unseren Haushunden ist das Vorwürgen von Futter größtenteils verloren gegangen, aber die Bettelgeste ist erhalten geblieben. Wir sehen oft diese Geste, wenn Welpen oder Junghunde erwachsene Hunde begegnen. 

 

 

Situationsbedingt kann das Belecken eine Beschwichtigung sein.

Eine weitere Freundlichkeitsgeste ist das Auflegen des Kopfes auf den Rücken des Artgenossen, bzw. das Knie des Menschen. Aber aufgepasst, dieses Auflegen des Kopfes kann auch ein Besitzanspruch darstellen.

 

Wedeln

 

Wedeln deutet auf jeden Fall eine Erregung an. Weil uns die besondere Körpersprache des Hundes abgeht, sehen wir im Wedeln primär eher eine freundliche Geste.

 

Passive Unterwerfung tritt dann ein, wenn ein ranghöherer Hund oder ein Mensch den Hund aggressiv bedrängt und dieser einen Kampf vermeiden will. Dann wird versucht, so klein wie möglich zu erscheinen, zurück gelegte Ohren, eingezogener Schwanz und eingeknickte Haltung. Das Wedeln zeigt in diesem Fall eine Konfliktsituation an.

 

Imponiergehabe

 

Das Gegenteil der passiven Unterwerfung ist das Imponieren. Der Hund versucht,  groß und kräftig zu erscheinen, aufgerichtete Ohren, erhobener Kopf und Rute.

 Zum Imponieren gehören auch das Markieren und das dazu gehörende Imponier-Scharren.

 

Aufreiten

 

Das Aufreiten des Hundes hat vielerlei Bedeutung.

Es dient nicht nur der Fortpflanzung,  sondern auch der Dominanz, sowie der Zuneigung. Hier ist wiederum genau zu unterscheiden. Der Rüde aber auch die Hündin umklammert das Bein des Menschen. Bei Zuneigung klammert er kurz das Bein und rutscht seitlich ab. Will er seinen Mensch dominieren, klammert es recht massiv und das ist eine Respektlosigkeit die nicht geduldet werden darf.  

 

Aggression

 

Es gibt viele Formen der aggressiven Bedrohung. Je nach der sozialen Situation ist die Rangordnung mit im Spiel.

 

Beim Festlegen eines höheren Ranges wird zunächst versucht, mit aggressivem Imponieren das Ziel zu erreichen.

Nützt das nichts, kann es zu einer wilden Beißerei kommen, die meist unblutig verläuft (s. Aufreiten) kurz dauert und damit endet, dass sich der Unterlegene auf den Rücken wirft. In der Regel stellt sich der Sieger mit drohendem Knurren über ihn, er verhindert jede Regung des Besiegten, bis er ihm freigibt. Es tritt eine sogenannte Beißhemmung ein.

 

Der Unterlegene wehrt sich oft durch Klappern mit dem Gebiss und in die Luft schnappen.

Aber eine Beißhemmung gibt es nur, wenn die soziale Bindung nicht in Frage gestellt wird.

 

Wenn es um den „Leithund-Rang“ geht, können sie erbarmungslos zubeißen ohne irgendwelche Hemmung.

Hier muss der Hundeführer unbedingt darauf achten, dass sich der Hund  nicht „scheibchenweise“ den obersten Rang ergattert. Dies geschieht sehr oft im häuslichen Bereich.

 

Es ist ja sooo süß, wenn der Hund das menschliche Bein umklammert.

Also Vorsicht! Das ist eine Art Aggression und Dominanz.

 

 

 

 

 

Spielaufforderung und  - verhalten

 

Die häufigste Spielaufforderung erfolgt durch die Spielverbeugung des Hundes. Der Vorderkörper senkt sich bei leicht gespreizten Vorderläufen, vorwärts gerichteten Ohren und entspanntes Spielgesicht.

 

Dieser Bewegungsluxus beinhaltet alle Abläufe der Körpersprache des Hundes. Meist erfolgt ein wildes Verfolgung-Spiel,  wobei der eine Partner die Beute spielt auch wenn er ranghöher ist.

Beliebte Spiele sind das Anschleichen, Überfall. Ringkampf  Maulfechterei und Rempeln mit dem Hinterteil.

 

Rempeln kann aber auch eine Geste der Missachtung gegenüber eines nicht gleichwertigen Gegners sein.

 

Lautäußerung

 

Die wichtigste Lautform ist das Bellen, das verschiedene Bedeutung haben kann.

Warnung, Spielaufforderung, Aggression, Bemerkbarmachen oder auch einfach nur Erregung

(Geläut der Jagdhunde). Heulen ist eigentlich selten geworden. Es war der Ruf zum Sammeln oder die Einstimmung zur Jagd.

Bei unseren Haushunden ist es oft ein Ausdruck der Einsamkeit. Winseln ist Unbehagen oder Frust,  Fiepen ein Bettellaut, Knurren eine Warnung.

 

Zwei Ausdrucksformen seien noch erwähnt, das „verlegene Lächeln“ das nur wenige Hunde zeigen und nur gegenüber den Menschen anwenden  (dies kann leicht als Drohgebärde missverstanden werden) und das Trampeln  mit den Vorderbeinen als Zeichen der Ungeduld.

 

Ich wiederhole

 

Lernen Sie Ihren Hund zu Lesen und Sie werden zu einem besseren Verständnis mit Ihrem Hund kommen.

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Die tiefe Stille der Hunde tröstet uns über die nutzlosen Worte der Menschen hinweg.


-Jean Michel Chaumont

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Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie stattdessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.


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