Augensprache


Was sagen die Hunde mit den Augen?

 

Immer, wenn mal wieder ein Unglück mit Hunden geschehen ist, dann steht das in der Zeitung: „Der Hund griff unvermittelt und ohne Vorwarnung an. Wir aber wissen, dass das so nicht stimmen kann. Da hat nur wieder ein Mensch auf seiner „angeborenen Vorfahrt“ bestanden, hat alle Vorsicht außer Acht gelassen und nicht auf die Hundesprache geachtet.

 

Nein, Hunde müssen nicht bellen, wenn sie uns Menschen etwas sagen wollen. Hunde sprechen, ehe sie laut werden, erst einmal mit ganz leisen, schnellen Bewegungen. Diese „Körpersprache“ aber kann man lernen und es ist auch gut verstehbar. Pföteln, Lecken, Wedeln heißt „Ich mag dich“ Angelegte Ohren, eingezogener Schwanz, geduckte Haltung sagen: „Du machst mir Angst.“ Steife Haltung, erhobener Kopf heißt: „Ich bin stärker als du“

Und Nackenkrause, gerunzelte Nase, gebleckte Zähne, das bedeutet: “Benimm dich, sonst knallt`s.

Das Dumme ist nur, Jede dieser Einzelgesten ist mindestens doppeldeutig. „Wedeln“ z.B. bedeutet nicht immer nur „ Freundschaft“ und „Pfote auflegen“ kann auch heißen „Widersprich mir nicht!

Und er kann – blitzschnell – die Stimmung wechseln, wenn sein Gegenüber nicht „mitspielt“.

Dann wird aus Spiel Ernst, aus Dominanz Angst und aus Angst Angriff

 

Missverständnisse zwischen Mensch und Hund sind also fast normal. Deshalb gibt es ja wohl heute auch so ein großes Angebot an Büchern und Seminaren, in denen Menschen „Hündisch“ lernen können

 

 

 


Ein kurzer Blick verrät viel

 

Hundeblicke können schmeicheln, streicheln, trösten, lächeln, an- und auslachen. Sie können fragen, betteln, aufmuntern, fordern. Wer sich dann auf die gleiche Augenhöhe begibt, der weiß auch, um was es geht: um den Spielball, die Ausgehleine oder das Salami-Brötchen…

Hundeblicke können von oben bis unten voller Sorgen sein: „Was soll denn das schon

wieder?“ Sie können voller Skepsis sein: „Da wird doch nie was draus“ Und „lügen“ können Hunde mit ihren Blicken auch. „Waas, Ich, ausgerechnet ich soll dein Schinkenbrot gefressen haben. Na, dann guck doch nach! Du wirst in meiner Schnauze nichts (mehr) finden.

 

Hundeblicke müssen nicht immer nur freundliche Nachrichten übermitteln. Sie können

-ganz hochnäsig sagen „ich seh` dich überhaupt nicht“

Sie können abgrundtiefe Enttäuschung signalisieren, einen absolut beleidigten Vorwurf, der dem Betroffenen durch Mark und Bein geht. Und, sie können auch – ohne mit der Wimper zu zucken – „mit Blicken töten“

 

Alles, was wichtig ist, sagen sich Hunde mit Blicken. Ehe sie noch anfangen zu wedeln, die Ohren anzulegen, die Zähne zu zeigen, nehmen sie zum Gegenüber erst mal Blickkontakt auf. Noch ehe Sie als Hundehalter begriffen haben, was da zwischen den beiden abläuft, haben die zwei sich schon „abgesprochen“: Sie nehmen freundlichen Kontakt auf und übersehen sich, oder – sie fetzen sich - Jeder Blick spricht Bände

 

 


Hunde schauen uns in die Augen

 

Hunde sprechen mit Blicken, und sie hören mit Blicken

Der eine sagt, oder fragt den anderen etwas. Der andere antwortet: „Ja…Nein…jetzt nicht“

Aber wenn einer von beiden sagt: „Halt die Klappe und lass mich in Ruhe“, dann hält der andere auch die Klappe, das heißt: Er wendet den Blick ab und sucht sich ein gesprächsbereite

Rudelmitglieder

Genauso wie sie sich untereinander verständigen, so verständigen sie sich auch mit uns Menschen. Mir fiel bei meinen Hunden auf, wie sicher sie auf Fremde reagieren. Manche mögen sie spontan, andere übersehen sie, oder bleiben abweisend. Und…ehrlich gesagt: Sie haben mit ihrer Einschätzung immer Recht

Hunde beobachten die Augenbewegung eines Menschen. Sie wissen deshalb, ob, wann und wohin der guckt, sie wissen auch, was der vorhat und was ihn beschäftigt.

Weil sie in unseren Augen lesen können, wissen sie eigentlich immer um unseren Seelenzustand, unsere Wünsche. Umgekehrt geht das auch, Dazu muss man aber mit dem Hund auf Augenhöhe sein.

 

Unsere Blicke verraten uns

Schimpfen, wenn man innerlich lachen muss, bringt genauso wenig, wie Lob mit zusammen gebissenen Zähnen. Hunde sehen uns immer in die Augen. Sie wissen ganz genau, was wir fühlen.

Aber: Wer mit Hunden nicht auf „Augenhöhe“ umgehen mag, wer immer nur von oben her auf sie herab sieht, der kann auch nicht verstehen, was Hunde sagen…

 

Sehen wir uns unsere Hunde noch einmal genauer an und hören und sehen, was sie uns sagen.


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Die tiefe Stille der Hunde tröstet uns über die nutzlosen Worte der Menschen hinweg.


-Jean Michel Chaumont

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Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie stattdessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.


Edward Hoagland

Egal wie wenig Geld und Besitz du hast, einen Hund zu haben, macht dich reich!


- Louis Sabin

Ein gut erzogener Hund wird nicht darauf bestehen, dass du die Mahlzeit mit ihm teilst, er sorgt lediglich dafür, dass dein Gewissen so schlecht ist, dass sie dir nicht mehr schmeckt.


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